Pfarrei Sankt Franziskus Halle

Österliche Bußzeit

Mit Fasten, Gebet und sozialem Engagement sind wir Christen von Aschermittwoch an aufgefordert, uns auf unser wichtigstes Fest vorzubereiten, auf Ostern. Um Gemeindemitglieder und andere Suchende auf ihrem Weg zu diesem „ganzheitlichen Heil“ zu begleiten, halten die Kirchengemeinden, Klöster und unser Bistum in den nächsten Wochen verschiedene Angebote bereit. Auch in unserer Pfarrei gibt es verschiedene hilfreiche Angebote: Kreuzweg- und Passionsandachten, einen Einkehrtag, die ökumenische Bibelwoche und Exerzitien im Alltag (siehe auch im Pfarrbrief ab Seite 3).

Bischof Gerhard Feige veröffentlicht zudem ein Hirtenwort, das am ersten Fastensonntag in allen Gottesdiensten verlesen und auch im Internet abrufbar sein wird. Darin stellt Feige in diesem Jahr die Frage des Reformators Martin Luther an den Beginn seines Schreibens: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“  Diese angstvolle Frage habe Luther umgetrieben. Und auch heute seien viele Menschen nicht ohne Angst: „Immer wieder werden wir mit Ansprüchen konfrontiert, die unerträglichen Druck erzeugen, im persönlichen wie im gesellschaftlichen Miteinander“, so Bischof Feige. „Trotz aller Anstrengungen bleibt am Ende oftmals das Gefühl, den Erwartungen nicht gerecht geworden zu sein und versagt zu haben. Andere leiden darunter, zu wenige Chancen zu haben und von vielem ausgeschlossen zu sein. Und wer in irgendeiner Weise schuldig geworden ist, wird sich unweigerlich auch seine Sorgen machen…“

Höhepunkte der Fastenzeit sind schließlich Mitte April die Feiern zum Leiden des Gottessohnes Jesus Christus zum Ende der Österlichen Bußzeit, so die Messe mit allen Priestern des Bistums Magdeburg in der Kathedrale St. Sebastian am Dienstag der Karwoche und die Feier des Palmsonntags sowie der heiligen drei Tage in unseren Kirchen.

Wir Christen sind in der Österlichen Bußzeit aufgerufen, uns großer Vergnügungen zu enthalten. Jeder soll allerdings für sich entscheiden, worauf er in diesen sechs Wochen verzichtet. Wichtig ist dabei, sein Leben in Ruhe zu überdenken, einen neuen Blick auf das Wesentlich zu wagen und so Wege zu finden, die Botschaft der Heiligen Schrift im eigenen Leben wirklicher werden zu lassen. Diese Zeit ist so gesehen vor allem eine Zeit der Besinnung auf das eigene Leben. Sie ist eine Zeit der Umkehr und des erneuten Ausrichtens an Jesus Christus.